Falschgeld erkennen

Ein verdächtiger Geldschein sorgt schnell für Unsicherheit. Dabei lässt sich Falschgeld häufig ohne technische Hilfsmittel erkennen. Wer mehrere Sicherheitsmerkmale prüft und einen echten Schein zum Vergleich heranzieht, kann viele Fälschungen aussortieren. Das persönliche Risiko ist insgesamt niedrig.

In Kürze

  • Falschgeld erkennen Sie am zuverlässigsten mit dem Bundesbank-Prinzip Fühlen, Sehen und Kippen.
  • 2025 wurden in Deutschland rund 67.963 falsche Euro-Banknoten entdeckt, das sind 6,1 Prozent weniger als 2024.
  • Am häufigsten betroffen ist der 50-Euro-Schein mit einem Anteil von etwa 50 Prozent aller Fälschungen.
  • Für bestätigtes Falschgeld gibt es grundsätzlich keinen Ersatz.
  • Bei Unsicherheit prüft Ihre Bank oder die Bundesbank die Banknote kostenlos.
  • Sind Sie sicher, dass es sich um Falschgeld handelt, informieren Sie sofort die Polizei.

Nehmen Sie einen auffälligen Schein möglichst nicht an und geben Sie ihn keinesfalls weiter. Haben Sie die Banknote erst später bemerkt, bewahren Sie sie getrennt auf und notieren Sie, wann und wo Sie das Geld erhalten haben.

Verdächtiger Geldschein: Was tun?

  • Nehmen Sie den Schein nicht an. Bitten Sie stattdessen um eine andere Banknote oder Zahlungsart. Halten Sie eine verdächtige Person aber nicht fest und bringen Sie sich nicht in Gefahr.
  • Haben Sie den Schein bereits angenommen, bezahlen Sie nicht damit. Fassen Sie ihn möglichst wenig an und legen Sie ihn unbeschriftet sowie unbeschädigt in einen Umschlag.
  • Notieren Sie Person, Ort, Zeitpunkt und Übergabesituation auf einem separaten Blatt. Sind Sie lediglich unsicher, lassen Sie die Banknote bei Ihrer Hausbank oder einer Filiale der Deutschen Bundesbank prüfen. Sind Sie sicher, dass es sich um Falschgeld handelt, verständigen Sie sofort die Polizei. Rechnen Sie nicht mit Ersatz: Der Nennwert wird grundsätzlich nicht erstattet.

Wie verbreitet ist Falschgeld in Deutschland?

Ein Blick auf die Zahlen hilft, das persönliche Risiko realistisch einzuordnen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wurden 2025 genau 67.963 falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr entdeckt. Das waren 6,1 Prozent weniger als 2024. Der Schaden sank um mehr als elf Prozent auf etwa vier Millionen Euro. Statistisch entfielen acht falsche Scheine auf 10.000 Einwohner. Auch die Europäische Zentralbank koordiniert die Falschgeldbekämpfung im gesamten Euroraum.

Am häufigsten traf es den 50-Euro-Schein: Mit 33.956 Exemplaren stellte er die Hälfte der Funde. Auf 20-Euro-Scheine entfielen weitere 24 Prozent. Viele Fälschungen sind einfach gestaltet. Auf manchen stehen Hinweise wie „MovieMoney“ oder „Prop copy“, Sicherheitsmerkmale fehlen oder die Mikroschrift wirkt unscharf. Entscheidend ist dennoch nie nur ein einzelner Eindruck.

Verteilung der Falschgeld-Banknoten nach Nennwert (Deutschland, 2025)

Quelle: Deutsche Bundesbank, 2025

Falschgeld erkennen: Fühlen, Sehen und Kippen

Gefälschte Banknoten erkennen Sie am besten mit dem Bundesbank-Prinzip „Fühlen, Sehen, Kippen“. Kontrollieren Sie dabei mehrere Merkmale, denn die Ausstattung unterscheidet sich je nach Serie und Nennwert. Sowohl die erste Euro-Serie (das seit 2002 ausgegebene ursprüngliche Design) als auch die Europa-Serie (die seit 2013 eingeführte neuere Serie mit Scheinen von 5 bis 200 Euro) bleiben gültig. Einen 500-Euro-Schein gibt es nur in der ersten Serie. Er wird seit 2019 nicht mehr ausgegeben, bleibt aber gesetzliches Zahlungsmittel und behält seinen Wert.

Fühlen

Fühlen: Papier und Druckrelief prüfen

Echte Euro-Banknoten bestehen aus Baumwollpapier und fühlen sich meist griffig sowie fest an. Beschichtete 5-, 10- und 20-Euro-Scheine der Europa-Serie können allerdings etwas glatter wirken. Glätte allein ist deshalb kein Falschgeld-Merkmal. Auf der Vorderseite lassen sich an bestimmten Stellen erhabene Druckelemente ertasten. Dazu gehören je nach Serie der große Wert, Teile der Schrift und des Hauptmotivs. Scheine der Europa-Serie besitzen zusätzlich kurze erhabene Linien am linken und rechten Rand. Abgenutzte echte Banknoten können sich weicher anfühlen.

Sehen

Sehen: Sicherheitsfaden und Wasserzeichen prüfen

Halten Sie den Geldschein gegen das Licht. Im Papier erscheint ein Wasserzeichen mit weichen Übergängen zwischen hellen und dunklen Bereichen. Bei der Europa-Serie zeigt es das Porträt der mythologischen Gestalt Europa. Wirkt das vermeintliche Wasserzeichen nur flach aufgedruckt und zeigt im Gegenlicht keine weichen Hell-Dunkel-Übergänge, ist das ein Warnzeichen für Falschgeld. Allein beweist dieses Merkmal die Fälschung aber nicht. Außerdem sehen Sie den eingebetteten Sicherheitsfaden als dunkle Linie. Bei der ersten Serie stehen darauf das Wort „EURO“ und der Nennwert, bei der Europa-Serie das Euro-Zeichen und der Nennwert. Mit einer Lupe sollte die Mikroschrift klar statt verwaschen wirken. Die 20-, 50-, 100- und 200-Euro-Scheine der Europa-Serie besitzen zudem ein Porträtfenster, das im Gegenlicht durchsichtig wird.

Kippen

Kippen: Hologramm und Smaragdzahl beobachten

Kippen Sie die Banknote langsam vor und zurück. Im Hologramm wechseln Motive und Wertangaben. Bei der Europa-Serie bewegt sich auf der glänzenden Smaragdzahl ein Lichtbalken auf und ab. Ihre Farbe verändert sich von Smaragdgrün zu Tiefblau. Je nach Nennwert kommen weitere Effekte hinzu. Bei einer Fälschung bleiben diese Elemente häufig starr oder verändern nur ihren Glanz. Vergleichen Sie den Schein abschließend mit einer zweifelsfrei echten Banknote derselben Stückelung. Die Bundesbank zeigt die Sicherheitsmerkmale der Euro-Scheine für jede Stückelung im Detail.

Falschgeld-Test

Wie zuverlässig sind Falschgeld-Test, Prüfstift und App?

UV-Lampe, Lupe und Prüfstift können eine Kontrolle ergänzen. Sie ersetzen Fühlen, Sehen und Kippen jedoch nicht. Ein Prüfstift reagiert meist auf Stärke, wie sie in gewöhnlichem Papier vorkommt. Eine Fälschung auf stärkefreiem Papier kann deshalb trotzdem ein unauffälliges Ergebnis liefern. Auch die UV-Prüfung muss richtig interpretiert werden und beweist allein keine Echtheit. Auch bei Kartenzahlungen lohnt sich Wachsamkeit: Erfahren Sie, wie Sie manipulierte Geldautomaten erkennen und sich vor Skimming schützen.

Eine Falschgeld-App kann die Echtheit nicht verlässlich allein über die Smartphone-Kamera bestätigen. Die frühere offizielle Bundesbank-App wurde 2018 aus den App-Stores entfernt. Einen Grund für die Einstellung nennt die Bundesbank nicht. Das enthaltene Banknotenmodul zeigte, wo die Sicherheitsmerkmale eines erkannten Euro-Scheins zu finden sind. Es lieferte jedoch keinen automatischen Echtheitsnachweis. Die aktuellen Abbildungen und Erläuterungen der Bundesbank zeigen für jede Stückelung, wo die Sicherheitsmerkmale liegen und wie sie reagieren. Im Zweifel ist die Kontrolle durch Hausbank oder Bundesbank sicherer.

Falschgeld melden oder bei der Bank prüfen lassen?

Bei bloßer Unsicherheit können Sie einen verdächtigen Schein bei Ihrer Bank oder der Bundesbank prüfen lassen. Geben Sie ihn bei einer Bank ab, muss das Institut falschgeldverdächtige Noten nach § 36 Bundesbankgesetz anhalten und unverzüglich weiterleiten. Sie erhalten dafür eine Bestätigung. Stellt sich der Schein als echt heraus, erhalten Sie den Wert zurück. Bestätigt sich die Fälschung, gibt es keinen Ersatz.

Sind Sie sicher, dass es sich um Falschgeld handelt, informieren Sie sofort die Polizei. Geben Sie den Schein nicht an die Person zurück, von der Sie ihn erhalten haben. Notieren Sie deren Aussehen oder ein Fahrzeugkennzeichen nur, wenn das gefahrlos möglich ist. Ein separater Umschlag kann mögliche Fingerabdrücke schützen. Weitere Verhaltenstipps stellt die Polizeiliche Kriminalprävention bereit.

Falschgeld und Strafe: Ist das Weitergeben strafbar?

Wer eine Fälschung zunächst nicht erkennt, macht sich durch die Annahme nicht automatisch strafbar. Ab der Erkenntnis darf der Schein aber nicht mehr als echtes Geld eingesetzt werden. Wer Falschgeld wissentlich als echt in Verkehr bringt und damit etwa beim Einkauf bezahlt, kann nach § 147 Strafgesetzbuch mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft werden. Auch der Versuch ist strafbar.

Es ist deshalb keine Lösung, einen verdächtigen Schein beim nächsten Einkauf weiterzugeben. Unwissen bei der Annahme ist etwas anderes als bewusstes Bezahlen nach der Entdeckung.

Bargeld bei Privatverkäufen sicher auf Falschgeld prüfen

Beim Verkauf eines Autos, eines Fahrrads oder eines anderen wertvollen Gegenstands steigt mit der Bargeldsumme das Verlustrisiko. Vereinbaren Sie die Übergabe bei gutem Licht und planen Sie Zeit für die Prüfung ein. Kontrollieren Sie jeden Schein anhand mehrerer Merkmale und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Bei hohen Beträgen bietet sich eine Übergabe in oder nahe einer Bank an. Dort kann das Geld direkt eingezahlt oder bei Zweifeln geprüft werden. Halten Sie außerdem den Kaufpreis und die Personalien der Beteiligten in einem schriftlichen Vertrag fest.

2-Euro-Münzen

Wie erkennen Sie gefälschte 2-Euro-Münzen?

Auch Münzen verdienen einen kurzen Echtheitscheck, besonders bei der höchsten Stückelung. 2025 wurden in Deutschland 128.132 falsche Münzen aus dem Verkehr gezogen, die meisten davon waren 2-Euro-Münzen. Einen ausführlichen Leitfaden zur Münzprüfung stellt die Deutsche Bundesbank bereit. Vergleichen Sie Prägung, Rand und Farbe mit einer echten Münze. Bei Fälschungen wirken Schrift oder Motiv oft unscharf. Auch die Randprägung kann fehlerhaft sein.

Echte 1- und 2-Euro-Münzen sind nur schwach magnetisch und lassen sich leicht wieder vom Magneten lösen. Falsche Stücke haften teilweise stark oder reagieren gar nicht. Der Magnettest liefert nur einen Hinweis und sollte mit der optischen Prüfung kombiniert werden.

Finanzieller Verlust durch Falschgeld: Finanzierungsmöglichkeiten vergleichen

Bestätigtes Falschgeld wird nicht ersetzt. Belastet der Verlust Ihr verfügbares Budget und reicht eine Rücklage nicht aus, können Sie im Kreditvergleich von Netkredit24.de Konditionen, Laufzeiten und monatliche Raten verschiedener Angebote gegenüberstellen. Der Vergleich dient als Orientierung und zeigt, welche Finanzierung zu Ihrem Bedarf passen könnte. Weitere Tipps rund um Ihre Finanzplanung bietet unser Kreditratgeber.

Achten Sie bei der Auswahl auf die Gesamtkosten. Kreditsumme und Monatsrate sollten dauerhaft in Ihr Budget passen.

Fazit: Falschgeld erkennen und richtig reagieren

Mit Fühlen, Sehen und Kippen können Sie Falschgeld im Alltag erkennen. Prüfen Sie Papier und Druckrelief, Wasserzeichen und Sicherheitsfaden sowie die Effekte von Hologramm und Smaragdzahl. Erst die Kombination mehrerer Merkmale ergibt ein belastbares Bild.

Bleibt eine Banknote unklar, nehmen Sie sie nicht an und geben Sie sie keinesfalls weiter. Lassen Sie Zweifel durch Ihre Bank oder die Bundesbank klären. Sind Sie sicher, dass es sich um Falschgeld handelt, informieren Sie die Polizei.

FAQ: Häufige Fragen zu Falschgeld

Bekomme ich Ersatz, wenn ich Falschgeld erhalten habe?

Nein. Bestätigt sich eine Banknote oder Münze als Falschgeld, wird ihr Nennwert grundsätzlich nicht ersetzt. Erweist sich ein zur Prüfung abgegebener Schein als echt, erhalten Sie den Wert zurück.

Wie erkenne ich gefälschte Münzen?

Vergleichen Sie Motiv, Schrift, Randprägung und Farbe mit einer echten Münze. Bei 1- und 2-Euro-Münzen hilft auch die Magnetwirkung: Echte Stücke sind nur schwach magnetisch. Ein Merkmal allein reicht nicht aus.

Wo kann ich eine verdächtige Banknote prüfen lassen?

Bei bloßer Unsicherheit können Sie die Banknote bei Ihrer Bank oder der Bundesbank prüfen lassen. Sind Sie sicher, dass der Schein falsch ist, wenden Sie sich direkt an die Polizei.

Was muss ich tun, wenn ich einen falschen Geldschein erhalten habe?

Geben Sie ihn nicht weiter und bewahren Sie ihn unbeschriftet sowie unbeschädigt in einem Umschlag auf. Notieren Sie Herkunft und Zeitpunkt. Sind Sie sicher, dass der Schein falsch ist, informieren Sie unverzüglich die Polizei.

Ist das Weitergeben von Falschgeld strafbar?

Ja, wenn Sie von der Fälschung wissen und den Schein dennoch als echt verwenden. Nach § 147 StGB drohen Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Die unwissentliche Annahme ist davon zu unterscheiden.

Kann eine App oder ein Prüfstift Falschgeld sicher erkennen?

Nein. Apps, Prüfstifte, Lupen und UV-Lampen liefern nur zusätzliche Hinweise. Prüfen Sie mehrere Merkmale. Bleibt die Banknote unklar, lassen Sie sie von Ihrer Hausbank oder einer Bundesbankfiliale kontrollieren.

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