Eine junge Frau arbeitet in der Werkstatt unter der Führung eines älteren Mannes

Eine Weiterbildung kann Ihnen den nächsten Karriereschritt, ein höheres Gehalt oder einen neuen Beruf ermöglichen. Gleichzeitig kostet sie Geld, oft mehr als zunächst gedacht. Die gute Nachricht: Sie müssen die Kosten selten allein tragen. Mit staatlicher Förderung, Steuervorteilen und einem passenden Kredit für die Restkosten lässt sich fast jede Weiterbildung finanzieren. In diesem Ratgeber zeigt Ihnen Netkredit24.de, welche Wege es gibt und in welcher Reihenfolge Sie am besten vorgehen.

In Kürze

  • Stellen Sie zuerst alle Kosten zusammen: Kursgebühren, Prüfung, Material und Fahrtkosten.
  • Prüfen Sie danach Förderungen wie Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein, Landesprogramme und Zuschüsse vom Arbeitgeber.
  • Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Ein Kredit für die Weiterbildung lohnt sich vor allem für die Restkosten, die nach allen Förderungen übrig bleiben.
  • Vergleichen Sie Kredite immer anhand des effektiven Jahreszinses und wählen Sie eine Rate, die zu Ihrem Budget passt.

Weiterbildung Kosten: Womit Sie rechnen müssen

Die Kosten einer Weiterbildung hängen stark von ihrer Art ab. Sie reichen von wenigen Hundert Euro für einen Online-Kurs bis zu mehreren Tausend Euro für einen Meister-, Techniker- oder Fachwirtlehrgang. Damit Sie keine böse Überraschung erleben, sollten Sie alle Kostenarten einplanen:

  • Lehrgangs- oder Kursgebühren: der größte Posten, oft in Raten zahlbar.
  • Prüfungsgebühren: werden häufig separat von der Kammer oder dem Prüfungsamt erhoben.
  • Lernmaterial und Fachliteratur: Bücher, Software oder Material für ein Prüfungsstück.
  • Fahrt- und Übernachtungskosten: bei Präsenzphasen an einem anderen Ort.
  • Lebenshaltungskosten: wenn Sie die Weiterbildung in Vollzeit machen und weniger oder gar nicht arbeiten.

Notieren Sie jeden Posten mit dem Betrag aus dem Angebot des Bildungsträgers. So sehen Sie, welche Summe Sie tatsächlich finanzieren müssen.

Weiterbildung Förderung: Diese Zuschüsse gibt es

Bevor Sie über einen Kredit nachdenken, lohnt sich der Blick auf Förderprogramme. Viele davon müssen Sie nicht oder nur teilweise zurückzahlen.

Aufstiegs-BAföG für Meister, Techniker und Fachwirte

Das Aufstiegs-BAföG unterstützt berufliche Aufstiegsfortbildungen, zum Beispiel zum Meister, Techniker oder Fachwirt. Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von bis zu 15.000 Euro. Die Hälfte davon erhalten Sie als Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen. Die andere Hälfte können Sie als zinsgünstiges Darlehen der KfW in Anspruch nehmen. Bestehen Sie die Abschlussprüfung, wird die Hälfte des noch offenen Darlehens für die Gebühren erlassen.

Rechenbeispiel: Ihre Fortbildung zum Fachwirt kostet 8.000 Euro an Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

PostenBetrag
Zuschuss (50 %, wird nicht zurückgezahlt)4.000€
KfW-Darlehen (50 %)4.000€
Erlass bei bestandener Prüfung (50 % des Darlehens)2.000€
Ihr Eigenanteil2.000€

Sie tragen am Ende also nur ein Viertel der Gebühren selbst. Wichtig: Den Erlass erhalten Sie nur, wenn Sie das KfW-Darlehen tatsächlich in Anspruch nehmen. Zahlen Sie die zweite Hälfte aus Ersparnissen, entfällt der Erlass.

Der Zuschuss zu den Lehrgangsgebühren ist unabhängig von Ihrem Einkommen und Ihrem Alter. Bei einer Weiterbildung in Vollzeit kann zusätzlich ein Beitrag zum Lebensunterhalt fließen. Den Antrag stellen Sie bei dem zuständigen Amt Ihres Bundeslandes. Für 2027 ist eine Reform geplant, prüfen Sie die aktuellen Konditionen deshalb vor dem Antrag auf der offiziellen Website. Wie die Rückzahlung eines BAföG-Darlehens abläuft, lesen Sie in unserem Ratgeber zur BAföG-Rückzahlung.

Bildungsgutschein und Förderung für Arbeitnehmer

Sind Sie arbeitsuchend oder droht Ihnen der Verlust Ihres Arbeitsplatzes, kann die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Ihre Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein bezahlen. Auch Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden, etwa wenn sich ihr Beruf durch die Digitalisierung stark verändert. In diesem Fall beteiligt sich in der Regel auch der Arbeitgeber. Ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit klärt, welche Förderung für Sie infrage kommt.

Programme der Bundesländer

Viele Bundesländer haben eigene Programme, zum Beispiel Bildungsschecks oder Prämien für eine bestandene Meisterprüfung. Einen Überblick über Fördermöglichkeiten bietet das Portal mein NOW der Bundesagentur für Arbeit.

Zuschuss vom Arbeitgeber

Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er sich an den Kosten beteiligt oder Sie für Präsenztage freistellt. Viele Unternehmen investieren gern in Fachkräfte. Achten Sie dabei auf Rückzahlungsvereinbarungen: Oft müssen Sie einen Teil der Kosten erstatten, wenn Sie das Unternehmen kurz nach der Weiterbildung verlassen.

Weiterbildung steuerlich absetzen

Kosten für eine berufliche Weiterbildung können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten angeben. Dazu zählen unter anderem Kursgebühren, Prüfungsgebühren, Fachliteratur und Fahrtkosten. Berücksichtigt wird nur der Betrag, den Sie selbst getragen haben, Zuschüsse ziehen Sie also vorher ab. Ein steuerlicher Vorteil entsteht erst, wenn Ihre gesamten Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen. Ob und in welcher Höhe sich das für Sie lohnt, klären Sie am besten mit einer Steuerberatung oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Kredit für Weiterbildung: Wann lohnt er sich?

Nach allen Förderungen bleibt häufig ein Restbetrag übrig. Ein Kredit für die Weiterbildung kann diese Lücke schließen, damit Sie nicht auf den Kurs verzichten oder Ihre Rücklagen komplett aufbrauchen müssen. Sinnvoll ist ein Kredit vor allem dann, wenn:

  • die Weiterbildung Ihnen voraussichtlich ein höheres Einkommen oder einen sicheren Job bringt,
  • die monatliche Rate gut in Ihr Budget passt, auch während der Weiterbildung,
  • Sie die Förderungen bereits ausgeschöpft haben.

Einen speziellen Weiterbildungskredit bieten nur wenige Banken an. Meist eignet sich ein frei verwendbarer Ratenkredit genauso gut, und er ist in der Regel deutlich günstiger als der Dispokredit. Vergleichen Sie Angebote immer anhand des effektiven Jahreszinses, denn er enthält alle Kosten des Kredits. Wählen Sie die Laufzeit so, dass die Rate bezahlbar bleibt, ohne den Kredit unnötig teuer zu machen. Mit dem Kreditvergleich von Netkredit24.de
sehen Sie passende Angebote auf einen Blick. Welche Fehler Sie bei der Kreditaufnahme vermeiden sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu typischen Fehlern bei der Kreditaufnahme.

Schritt für Schritt: So planen Sie die Finanzierung

  1. Kosten aufstellen: Listen Sie alle Posten aus dem Angebot des Bildungsträgers auf.
  2. Förderung nutzen: Klären Sie Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein und Landesprogramme. Stellen Sie Anträge möglichst vor Kursbeginn.
  3. Arbeitgeber fragen: Sprechen Sie Zuschüsse oder Freistellungen an.
  4. Restbetrag finanzieren: Ziehen Sie alle Zuschüsse von den Gesamtkosten ab und decken Sie den Rest aus Ersparnissen oder mit einem günstigen Privatkredit.
  5. Steuer sparen: Geben Sie Ihre eigenen Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten an.

Fazit: Erst Förderung, dann Finanzierung

Wer seine Weiterbildung finanzieren möchte, sollte zuerst alle Fördermöglichkeiten nutzen. Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein, Landesprogramme und Zuschüsse vom Arbeitgeber senken die Kosten oft erheblich. Den verbleibenden Betrag können Sie mit einem günstigen Kredit überbrücken und die Eigenkosten später von der Steuer absetzen. So investieren Sie in Ihre Zukunft, ohne Ihr Budget zu überlasten.

Häufige Fragen zur Weiterbildung finanzieren

Wie kann man eine Weiterbildung finanzieren?

Die wichtigsten Wege sind staatliche Förderungen wie das Aufstiegs-BAföG oder der Bildungsgutschein, Programme der Bundesländer, Zuschüsse vom Arbeitgeber, eigene Ersparnisse und ein Kredit für die Restkosten. Viele Wege lassen sich kombinieren.

Wer finanziert mir eine Weiterbildung?

Je nach Situation der Staat über das Aufstiegs-BAföG, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter über einen Bildungsgutschein, Ihr Bundesland oder Ihr Arbeitgeber. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit hilft bei der Einordnung.

Wird man während einer Weiterbildung bezahlt?

Bei einer berufsbegleitenden Weiterbildung bekommen Sie weiter Ihr Gehalt. Bei einer Vollzeitmaßnahme kann das Aufstiegs-BAföG einen Beitrag zum Lebensunterhalt leisten. Mit einem Bildungsgutschein läuft je nach Fall das Arbeitslosengeld oder Bürgergeld weiter.

Welche Weiterbildung lohnt sich finanziell?

Am meisten lohnen sich Weiterbildungen, die zu einem anerkannten Abschluss führen, etwa Meister, Techniker oder Fachwirt. Sie eröffnen oft Führungspositionen und ein höheres Gehalt. Prüfen Sie vorab, welche Abschlüsse in Ihrer Branche gefragt sind.

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