Sie heben wie gewohnt Bargeld ab. Der Geldautomat zahlt den gewünschten Betrag aus und gibt Ihre Karte zurück. Erst einige Tage später fällt Ihnen eine unbekannte Abbuchung auf. Hinter einem solchen Kartenbetrug kann Skimming stecken: Kriminelle manipulieren Kartenleser, um Kartendaten und meist auch die PIN unbemerkt auszuspähen.
Haben Sie bereits einen verdächtigen Umsatz entdeckt oder Ihre Karte an einem auffälligen Automaten benutzt, sollten Sie nicht erst nach der Ursache suchen. Sperren Sie die Karte sofort und informieren Sie Ihre Bank.
In Kürze: Das Wichtigste zu Skimming
- Skimming ist das illegale Auslesen von Kartendaten und PIN an manipulierten Geldautomaten oder Kartenlesern.
- Warnsignale sind schiefe oder abstehende Bauteile, Klebespuren und ein auffällig hohes Tastenfeld.
- Bei Verdacht zählt jede Minute: Karte über 116 116 sperren, Bank informieren und Anzeige erstatten.
- Die Bank muss nicht autorisierte Zahlungen grundsätzlich erstatten, vor der Sperrmeldung ist aber eine Eigenhaftung bis 50 Euro möglich.
Kartendaten gestohlen: Was tun?
- Karte sperren: Nutzen Sie Ihre Banking-App oder eine Ihnen bekannte offizielle Hotline Ihrer Bank beziehungsweise des Kartenanbieters. Deutschland: 116 116 ohne Vorwahl; Ausland: +49 116 116. Notieren Sie den Sperrzeitpunkt.
- Umsätze prüfen: Kontrollieren Sie alle Zahlungen. Reklamieren Sie unbekannte Umsätze bei Ihrer Bank oder dem Kartenanbieter als nicht autorisiert.
- Beweise sichern: Speichern Sie Screenshots und notieren Sie Standort sowie Nutzungszeit des verdächtigen Automaten.
- Anzeige erstatten: Melden Sie den Kartenmissbrauch der Polizei und geben Sie mögliche weitere Phishing-Nachrichten ebenfalls an.
Was ist Skimming und wie funktioniert es?
Skimming bedeutet sinngemäß „Abschöpfen“. Gemeint ist das illegale Auslesen von Zahlungskarten wie Girocard (umgangssprachlich noch oft EC-Karte genannt) und Kreditkarte. Die Manipulation findet meist direkt am Bankautomaten statt. Auch Lesegeräte an Kassen oder Tankstellen können betroffen sein.
Beim klassischen Skimming bringen Täter vor dem echten Kartenschlitz ein zusätzliches Lesegerät an. Die Karte gelangt trotzdem in den scheinbar normal funktionierenden Automaten, während der unauffällige Aufsatz ihre Magnetstreifendaten erfasst. Da der Abhebevorgang wie gewohnt abläuft, bleibt der Angriff häufig unbemerkt.
Um mit den gestohlenen Kartendaten später Bargeld abheben zu können, benötigen die Kriminellen in der Regel auch die PIN. Diese spähen sie entweder mit einer kleinen Kamera oder einem täuschend echten Tastaturaufsatz aus. Anschließend werden die erfassten Daten im manipulierten Gerät gespeichert oder übertragen. Bei manchen Vorrichtungen geschieht das über eine Funkverbindung wie Bluetooth.
Mit Kartendaten und PIN können die Täter die Magnetstreifendaten auf einen Kartenrohling übertragen. Da sich der EMV-Chip nicht einfach mitkopieren lässt, nutzen sie solche Fälschungen vor allem an Geräten, die noch Magnetstreifendaten akzeptieren. So kann Geld fehlen, obwohl sich die echte Karte weiterhin in Ihrem Besitz befindet.
Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2025 bundesweit rund 22.430 Fälle von Kartenbetrug mit PIN erfasst, zu denen auch Skimming zählt. Das waren etwas weniger als im Vorjahr (2024: 23.905 Fälle). Betrugsfälle mit gestohlenen Karten ohne PIN nahmen dagegen zu, von 15.170 auf 16.630 Fälle.

Woran erkennen Sie einen manipulierten Geldautomaten?
Manipulierte Geldautomaten sind oft schwer zu erkennen, weil die Aufsätze farblich zum Gerät passen. Ein kurzer Kontrollblick auf Kartenleser, Tastatur und den Bereich darüber kann dennoch wichtige Hinweise liefern.
Achten Sie auf schiefe oder abstehende Bauteile, Klebespuren und ungewöhnliche Blenden. Ein auffällig hohes Tastaturfeld kann auf einen Aufsatz hindeuten. Kleine Öffnungen oder zusätzliche Leisten darüber könnten eine Kamera verbergen.
Nicht jede Manipulation befindet sich direkt am Geldautomaten. Steht das Gerät in einer Bankfiliale, achten Sie deshalb bereits am Eingang auf Auffälligkeiten. Ein elektronischer Türöffner kann zwar das Einstecken einer Karte verlangen, aber niemals die Eingabe Ihrer PIN. Werden Sie dennoch dazu aufgefordert, ist das ein klares Warnzeichen.
Nutzen Sie den Türöffner oder Geldautomaten bei solchen Auffälligkeiten nicht. Entfernen Sie verdächtige Vorrichtungen auch nicht selbst, damit mögliche Spuren erhalten bleiben. Informieren Sie stattdessen die Bank oder die Polizei und nennen Sie den genauen Standort.
Neben Skimming nutzen Täter an Geldautomaten auch das sogenannte Cash-Trapping: Sie manipulieren den Ausgabeschacht so, dass ausgezahltes Bargeld darin hängen bleibt, obwohl der Automat die Auszahlung bestätigt. Verlassen Sie den Automaten in diesem Fall nicht und informieren Sie sofort Ihre Bank oder das Kreditinstitut vor Ort.
So schützen Sie Ihre Kartendaten vor Skimming
Da Täter neben den Kartendaten meist die PIN benötigen, sollten Sie das Tastenfeld bei jeder Eingabe vollständig mit der freien Hand abdecken. Das gilt auch ohne Personen in Ihrer Nähe, denn eine versteckte Kamera kann aus einem anderen Winkel filmen.
Auch die Wahl des Geldautomaten trägt zum Schutz bei. Nutzen Sie möglichst gut beleuchtete und einsehbare Geräte. An einem vertrauten Automaten fallen Veränderungen leichter auf. Halten Sie Abstand zu anderen Personen, lassen Sie sich nicht ablenken und bewahren Sie die PIN niemals zusammen mit der Karte auf.
Ergänzend können Sie Push-Benachrichtigungen Ihrer Bank oder Karten-App aktivieren, damit unbekannte Umsätze früh auffallen. Prüfen Sie außerdem Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen regelmäßig. Ein angemessenes Karten- oder Bargeldlimit verhindert Skimming zwar nicht, kann den möglichen Schaden aber begrenzen.
Skimming, Phishing oder kontaktloser Missbrauch?
Nicht jeder Diebstahl von Kartendaten ist Skimming. Die Methoden unterscheiden sich vor allem darin, wie Täter an Daten oder Geld gelangen. Diese Abgrenzung hilft Ihnen, die passende Sofortmaßnahme zu wählen.
| Methode | So funktioniert der Angriff | Typisches Warnsignal | Wichtigste Sofortmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Skimming | Ein manipuliertes Lesegerät kopiert Magnetstreifendaten. Kamera oder Tastaturaufsatz erfassen die PIN. | Auffälliger Kartenschlitz, Klebespuren oder zusätzliche Leisten am Geldautomaten | Karte sperren, Bank informieren und Anzeige erstatten |
| Phishing | Gefälschte E-Mails, SMS, Messenger-Nachrichten oder Websites fordern Karten-, Login- oder Freigabedaten an. | Zeitdruck, fremder Link oder ungewöhnliche Aufforderung zur Dateneingabe | Keine Daten eingeben, Zugang sichern und Bank kontaktieren |
| Kontaktloser Missbrauch | Eine verlorene oder gestohlene NFC-Karte wird für Zahlungen eingesetzt. | Karte fehlt oder unbekannte kontaktlose Umsätze erscheinen | Karte sofort sperren und Umsätze reklamieren |
Beim kontaktlosen Bezahlen stecken Sie die Karte nicht in den Kartenschlitz und erschweren damit klassisches Skimming. Vollständig risikofrei ist diese Zahlungsart dennoch nicht: Geht die Karte verloren, können bis zur Sperrung weiterhin Zahlungen möglich sein. Weitere Schutzmaßnahmen erklärt der Beitrag sicher online bezahlen.

Karte sperren und Kartenmissbrauch melden
Besteht trotz aller Vorsicht ein Skimming-Verdacht, sollten Sie die Karte sofort sperren. Das gilt auch dann, wenn Sie die Originalkarte noch bei sich haben, denn Täter können bereits mit einer Kopie der ausgelesenen Kartendaten Geld abheben. In Deutschland erreichen Sie den Sperr-Notruf unter 116 116. Alternativ nutzen Sie die offizielle App oder eine Ihnen bekannte Hotline Ihrer Bank beziehungsweise des Kartenanbieters.
Aus dem Ausland wählen Sie +49 116 116. Kommt keine Verbindung zustande, erreichen Sie den Sperr-Notruf über die alternative Festnetznummer +49 30 4050 4050. Für Anrufe aus dem Ausland können je nach Anbieter Gebühren anfallen. Notieren Sie Datum und Uhrzeit der Sperrung als späteren Nachweis.
Mit der Sperre allein ist der Vorfall nicht erledigt, denn bereits erfolgte Buchungen bleiben bestehen. Informieren Sie deshalb Ihre Bank oder den Kartenanbieter und reklamieren Sie dort jeden unbekannten Umsatz ausdrücklich als nicht autorisiert.
Dokumentieren Sie den Vorfall außerdem: Sichern Sie Kontoauszüge, Screenshots und Nachrichten. Notieren Sie bei einem verdächtigen Automaten Standort und ungefähre Uhrzeit und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Geben Sie Ihre PIN dabei niemals preis, denn weder die Bank noch die Polizei benötigt diese Geheimzahl.
Wer haftet bei Skimming und Kartenbetrug?
Nach der Meldung stellt sich häufig die Frage, wer den entstandenen Schaden trägt. Bei einer nicht autorisierten Zahlung muss die Bank den belasteten Betrag grundsätzlich unverzüglich erstatten. Das regelt in Deutschland § 675u des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Der konkrete Fall kann dennoch strittig werden, wenn die Bank vermutet, dass der Karteninhaber seine Sorgfaltspflichten verletzt hat.
Vor der Verlust- oder Missbrauchsmeldung kann eine Eigenhaftung bis zu 50 Euro infrage kommen (§ 675v BGB). Haben Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt, kann die Haftung deutlich weiter gehen. Grobe Fahrlässigkeit kann etwa vorliegen, wenn Karte und notierte PIN gemeinsam aufbewahrt wurden. Ob das im Einzelfall zutrifft, lässt sich nicht pauschal entscheiden.
Allein die Tatsache, dass bei einer Abhebung die richtige PIN verwendet wurde, beweist noch nicht, dass Sie den Vorgang genehmigt oder Ihre Pflichten verletzt haben. Die Bank muss ihre Einwände mit nachvollziehbaren Belegen stützen. Lehnt sie eine Erstattung ab, verlangen Sie eine schriftliche Begründung. Wenden Sie sich anschließend an die Verbraucherschlichtungsstelle, die für Ihre Bank zuständig ist. Welche Stelle das ist, können Sie bei Ihrer Bank erfragen oder in der Liste der anerkannten Verbraucherschlichtungsstellen des Bundesamts für Justiz nachsehen. Alternativ helfen eine Verbraucherzentrale oder eine Rechtsberatung weiter.

Fazit: Aufmerksamkeit und schnelles Handeln begrenzen das Risiko
Skimming bleibt schwer zu erkennen, weil Täter ihre Technik an Geldautomaten und Kartenleser anpassen. Ein kurzer Blick auf Kartenschlitz und Tastatur, das konsequente Verdecken der PIN sowie Benachrichtigungen über neue Umsätze verbessern Ihren Schutz deutlich.
Entdecken Sie unbekannte Abbuchungen oder haben Sie einen auffälligen Automaten benutzt, zählt jede Minute. Sperren Sie die Karte, informieren Sie Ihre Bank und sichern Sie Belege. So erschweren Sie weiteren Missbrauch und schaffen eine klare Grundlage für die Reklamation.
Geplante Finanzierungen ohne Zeitdruck vergleichen
Was bei einem Skimming-Verdacht richtig ist, gilt bei einer geplanten Finanzierung gerade nicht: Entscheiden Sie nicht unter Zeitdruck. Wenn Sie für eine größere Anschaffung einen Kredit erwägen, vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, die Laufzeit, die Monatsrate und die Gesamtkosten.
Der Kreditvergleich von Netkredit24.de stellt verschiedene Angebote übersichtlich gegenüber. So können Sie in Ruhe prüfen, welche Konditionen zu Ihrem Vorhaben und Budget passen.
FAQ: Häufige Fragen zu Skimming
Beim Skimming lesen Kriminelle Kartendaten an einem manipulierten Geldautomaten oder Kartenleser aus. Meist erfassen sie zusätzlich die PIN über eine Mini-Kamera oder einen Tastaturaufsatz. Mit den Magnetstreifendaten und der PIN können sie eine Kartenkopie erstellen und unberechtigt Geld abheben.
Achten Sie auf ungewöhnliche Blenden, lockere oder schiefe Bauteile, Klebespuren und zusätzliche Leisten über der Tastatur. Auch ein auffällig hohes Tastenfeld kann auf einen Aufsatz hindeuten. Nutzen Sie den Automaten bei Zweifeln nicht und informieren Sie Bank oder Polizei.
Sperren Sie die Karte über Ihre Bank, die Banking-App oder 116 116. Prüfen und reklamieren Sie unbekannte Umsätze. Sichern Sie Screenshots sowie Angaben zum benutzten Automaten und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Nicht autorisierte Zahlungen muss die Bank grundsätzlich erstatten. Vor der Sperrmeldung kann in bestimmten Fällen eine Eigenhaftung bis 50 Euro entstehen. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann sie höher ausfallen. Entscheidend sind der konkrete Ablauf und die vorhandenen Nachweise.
Sperren Sie die Karte sofort, sobald Sie einen Verlust, einen unbekannten Umsatz oder einen begründeten Skimming-Verdacht bemerken. Warten Sie nicht auf weitere Abbuchungen. Notieren Sie den Zeitpunkt der Sperrung und informieren Sie zusätzlich Ihre Bank.
Kriminelle können die Daten des Magnetstreifens auslesen und auf einen Kartenrohling übertragen. Der EMV-Chip der Originalkarte wird dabei nicht einfach kopiert. Solche Kartendubletten werden daher vor allem an Geräten eingesetzt, die noch Magnetstreifendaten akzeptieren.
Beim kontaktlosen Bezahlen wird die Karte nicht in einen manipulierten Schlitz gesteckt, was klassisches Skimming erschwert. Verlorene oder gestohlene NFC-Karten können jedoch bis zur Sperrung missbraucht werden. Prüfen Sie deshalb auch bei kontaktlosen Zahlungen regelmäßig Ihre Umsätze.

